Kultura Êzîdîa

 

Die Yeziden sind Kurden mit einem anderen Glauben. Sie sprechen die kurdische Sprache, und auch die Siedlungsgebiete der Yeziden sind die kurdischen Gebiete. Sie leben in Iran, Iraq, Türkey, Syrien und in vielen anderen Ländern. In Deutschland sind es etwa 40.000- 50.000. Zwar gibt es keine offizielle Zählung der Yeziden, die Gesamtzahl wird jedoch auf  1,5 Millionen geschätzt. Etwa 700.000 leben im Nordirak als Hauptsiedlungsgebiet, wo sich auch das religiöse Zentrum der Yeziden - Lalish - befindet. Man kann als Yezide nur geboren werden. Es besteht nicht die Möglichkeit, zum Yezidentum zu konvertieren. Die yezidische Gesellschaft hat das Verständnis, daß ein Yezide ein guter Mensch sein kann, aber um ein guter Mensch zu sein, muss man nicht Yezide sein. Im Zentrum des yezidischen Glaubens steht Melek Ta’us, der "Engel Pfau," der in einer Reihe von Berichten auch den Namen Gibrail trägt. Gott hat aus seinem Licht sieben Engel geschaffen. Einen von ihnen - den Tausi-Melek - hat er zum obersten Engel erkoren, weil er in besonderer Weise die Einzigartigkeit Gottes gehuldigt hat. Er wird im Yezidentum durch einen Pfau symbolisiert. Aufgrund der Weigerung, Adam anzubeten, steht er für die Anerkennung der Allmacht Gottes. Er wurde von Gott zum obersten der sieben Engel erkoren und steht somit im Mittelpunkt des yezidischen Glaubens. So symbolisiert Tausi-Melek in der yezidischen Theologie nicht das Böse und ist auch kein in Ungnade gefallener Engel.